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15 Jahre Lindenkerwa in Peesten

Ein kleines Jubiläum feiert man in diesem Jahr in Sachen Peestner Lindenkirchweih.

Vor 15 Jahren beging man, nach der Wiedererrichtung der Tanzlinde nach den Originalplänen, zum ersten Mal nach langer Pause wieder eine Lindenkirchweih. Dabei hielt man sich einerseits an die überlieferten Traditionen und Bräuche, andererseits brachte man auch neue Ideen bei der Entwicklung eines Kerwabrauchtums mit ein. Seit diesem Zeitpunkt besteht auch wieder eine Kerwajugend, die im vorgeschriebenen Outfit, am ersten Tag der Kerwa das Zepter übernimmt und das Brauchtum der Peestner Kerwa aufrecht erhält und weiter entwickelt. 19 Bum und Madla haben sich in diesem Jahr zusammengefunden, um die Peestner Kerwa in Ehren zu halten.

Übergabe des goldenen Schlüssel
Übergabe des goldenen Schlüssel

Organisatorische Neuerungen
Im Jahr des 15-jährigen Jubiläums gibt es einige Anpassungen und Änderungen bei der Durchführung der Lindenkerwa in Peesten: Die Kerwa beginnt erstmals nicht mehr am Donnerstag, sondern erst am Freitag. Dafür entfällt die Kerwapause am Samstag. Aufgrund der großen Nachfrage hat man sich dazu entschlossen, auch den Samstag zum Kerwatag zu machen. Sonntag und Montag finden wie bisher statt. Eine weitere Änderung gibt es bezüglich des Zeltes, das bisher direkt neben dem Dorfhaus aufgebaut worden war, zu verzeichnen. Bei der diesjährigen Kerwa wird ein größeres Zelt auf der Festwiese in der Nähe des Dorfhauses stehen. Im Dorfhaus selbst findet keine Bewirtung mehr statt.
Wie immer wartet während der gesamten Kerwa ein buntes Programm mit einem reichhaltigen Speisenangebot auf die Besucher.

Kerwajugend und Lindenkinder, Brauchtum
„Wer hot Kerwa? Mir hom Kerwa! Wer hot Krapfn? Mir hom Krapfn! Wer hot Durscht? Mir hom Durscht! Und wos für an Durscht? An sau Durscht!“.
Los geht die Kerwa dieses Mal nicht wie gewohnt am Donnerstag, sondern erstmalig am Freitag mit den Rufen der Kerwabum und -madla, nachdem ein Vertreter des Förderkreises Tanzlinde den Goldenen Schlüssel an die Kerwabum übergeben hat. Diese sind dann, bis zum Ende der Kerwa, dafür verantwortlich, auf den Schlüssel aufzupassen und als Repräsentanten der

Kerwa aufzutreten. Nach der Übergabe zeigen sie erstmals ihre eigens einstudierten Kerwatänze auf der Peestner Tanzlinde, die für die Festtage wieder extra fein herausgeputzt worden ist. Für das 15-Jährige haben die Kerwabum und –madla eigens zwei neue Traditionstänze ein geprobt. Ein weiteres Mal zeigen sie ihre Tanzkünste dann am Sonntagnachmittag auf und vor der Linde. Auch der Nachwuchs der Kerwajugend, ist stets dabei und passt ganz genau auf, was die Großen so machen, denn in den nächsten Jahren kommen sie dann zum Zug. Noch aber sind sie die Lindenkinder und die Kerwabürschla mit ihren Madla und haben ihre eigenen Tänze, die auch sie den Kerwabesuchern am Sonntag vorführen werden. Eine schöne Tradition ist auch das Rumspielen der Kerwa am Montag, womit bereits am Morgen begonnen wird. Dabei ziehen die Bum und Madla von Haus zu Haus, spielen Musik, tanzen mit den Leuten und lassen jeden einen kräftigen Schluck aus dem Kerwasprenger nehmen. Es kommt manchmal vor, dass die Bum unaufmerksam sind und den Goldenen Schlüssel unbeaufsichtigt lassen. Genau dann ist die richtige Zeit für all diejenigen, die eine zünftige Brotzeit und Freibier erhalten wollen. Das nämlich müssen die Kerwabum berappen, sollte ihnen der Schlüssel abhandenkommen.

Tanzlinde in berühmter Gesellschaft
Immer wieder werden in Fachzeitschriften Artikel über die Peestner Linde veröffentlich. Zu einer besonderen Ehre kommt die alte Peestner Dame erneut durch das Magazin „National Geographic“.
Wie bereits im Vorjahr veröffentlichte das Magazin im Internet eine Fotoserie über besondere Bäume auf der ganzen Welt. Unter dem Thema "What we can learn from trees" wurde auch die Peestner Linde veröffentlich und reiht sich dabei in eine Reihe von Bäumen aus Japan, Mexiko, USA, Australien …… ein. Unter folgender Internetadresse sind die beeindruckenden Aufnahmen zu sehen:

http://www.nationalgeographic.com/magazine/2017/03/wisdom-of-trees/

Das Foto der Peestner Linde stammt von den Fotografen Diane Cook und Len Jenshel aus New York, die im Oktober 2014 über mehrere Tage Aufnahmen in Peesten gemacht haben.

Abwechslungsreiches Programm an allen Tagen:  
Erstmalig auch Festbetrieb am Samstag (Vereinsabend), Bieranstich am Freitag mit Blasmusik
An allen Tagen Eintritt frei

Nach der Eröffnung der Kerwa, die in diesem Jahr erstmalig nicht am Donnerstag, sondern am Freitag um 17 Uhr auf der Linde stattfindet, zieht ein kleiner Festzug hinauf ins Dorf, wo im Festzelt der Bieranstich durch Bürgermeister Steinhäuser und einen Vertreter der Kulmbacher Brauerei vorgenommen wird. Im Anschluss gibt es Blasmusik von den Kasendorfer Musikanten, bevor zur späteren Stunde der traditionelle Rockabend beginnt.
Wie im Vorjahr konnten die Peestner die Band JUST4ROCK aus Scheßlitz verpflichten.
Ehrliche Rockmusik ohne elektronischen Schnickschnack gepaart mit Begeisterungsfähigkeit und brennendem Herzen. So spielen sich die Musiker von JUST4ROCK in die Herzen ihrer Fans. Nachdem die Band aus Burglesau bei Scheßlitz, seit 2007 nach und nach den Bamberger Raum erobert hat, spielt sie nun wieder bei uns im Landkreis Kulmbach.

Erstmals ist auch am Samstag Festbetrieb. Im Festzelt in der Nähe des Dorfhauses spielen die Safaris ab 19 Uhr zum Tanz. An diesem Abend sind auch die Vereine der Umgebung eingeladen. Den stärksten Vereinen winken dabei Preise in Form von Bier.

Am Dorfplatz um die Linde beginnt der Sonntag mit einem Gottesdienst auf der Tanzlinde mit dem Posaunenchor Azendorf-Peesten, der im Anschluss zum Frühschoppen aufspielen wird. Ab 11 Uhr ist die Töpferei Trommler geöffnet, wo man die Ausstellung „Topf und Garten“ bewundern kann.

Danach holen die Kerwabum ihre Kerwamadla und die "Linden-Kinder" am Dorfhaus zum
Kerwaumzug um 13 Uhr ab, der vom Musikverein aus Kasendorf begleitet wird. An der Linde angekommen geht’s sofort hinauf in den grünen Tanzsaal, wo ein Hopperer, ein Dreher und zwei neue, eigens für das 15 Jährige Jubiläum einstudierte, traditionelle Tänze, unter der Begleitung der Musik der Schlackn, getanzt werden. Die Lindenkinder führen ihren Kerwatanz auf und die Kerwa-Berschla mit ihren Madla, also die unmittelbaren Nachfolger der Kerwabum, zeigen ihren Bändertanz und einen weiteren Tanz. Anschließend zeigen die Kerwabum und -madla ein zweites Mal vor der Linde ihre Tanzkünste, so dass auch jeder Besucher sie gut sehen kann.

Die Kulmbocher Stollmusikanten lassen am Nachmittag rund um die Linde traditionelle fränkische Kerwamusik erklingen, bevor am Abend auf der Linde der Tanz von Sigi Münch aus Azendorf begleitet wird. Wieder mit dabei sind die Schuhplattl-Mädels der Landjugend Plössen die gegen 15.30 heiße Tänze aufs Pflaster vor der Linde legen werden. Der Montagabend findet im Festzelt statt, wo die Kerwa wie auch schon in den vergangenen Jahren zu den Klängen des Duos Franken-Top ausklingt.

Verlosung der Lindenkerwakrüge der Töpferei Trommler
Am Montag ab 17 Uhr beginnt der Verkauf der Lose. Zu gewinnen gibt es drei wertvolle Tonkrüge der Töpferei Trommler, die eigens für diesen Anlass kreiert worden sind. Die Verlosung findet um 20 Uhr statt, bevor um 21 Uhr der offizielle Teil der Kerwa mit der Rückgabe des Goldenen Schlüssels endet. Natürlich endet damit nicht der Kerwabetrieb, denn traditionell ist der Montag nochmal da, um richtig zu feiern, und das dauert in Peesten bekanntlich auch mal ein wenig länger.

Reichhaltiges und abwechslungsreiches Speisenangebot
Peestner Krapfn
Die Kerwa zeichnet sich neben dem Kerwabrauchtum und dem abwechslungsreichen Programm vor allem durch ein reichhaltiges Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten aus. Am Freitag, ab 18 Uhr, stehen Krenfleisch und Haxn mit Klößen auf dem Speiseplan. Dazu kann man sich wie immer ein gutes Kapuziner- oder Mönchshofbier bestellen. Schwarz Fleisch mit Baamwollna Klüß gibt es am Samstag. Mit einem Weißwurstfrühschoppen beginnt nach der Kirche der kulinarische Sonntag. Den Rest des Tages werden Gyros, Bratwürste, Steaks, Käsestangen, Fisch- und Lachsbrötchen sowie Kaffee, hausgemachte Kuchen und Torten und Harrischa angeboten. Ein Highlight sind sicher auch wieder die Peestner Krapfn, die eigens für die Kerwa am Vortag gebacken werden. Der Montag ist Schnitzeltag mit Zigeuner-, Wiener- und Jägerschnitzeln. Zusätzlich zum gewohnten Angebot kann man auch wieder Ziebeleskäs- und Schmalzbrote genießen. An allen Tagen ist natürlich auch die Bar geöffnet.